Das Wichtigste im Überblick
Sicherheit bei Sanierungen: Unterdruckhaltegeräte verhindern zuverlässig, dass gefährliche Stäube, Fasern oder Schimmelsporen aus dem Arbeitsbereich in andere Gebäudeteile gelangen.
Funktionsweise mit HEPA-Filtern: Durch gezielten Unterdruck und mehrstufige Filtersysteme (H13/H14) wird belastete Luft abgesaugt, gereinigt und sicher abgeführt.
Unverzichtbar bei Schadstoffen: Besonders bei Asbest-, Schimmel- und Schadstoffsanierungen sind Unterdruckhaltegeräte gesetzlich vorgeschrieben oder dringend empfohlen.
Worauf beim Kauf achten: Entscheidend sind Luftleistung, Filterklasse, Überwachungsfunktionen, Robustheit sowie Service und Zertifizierung des Geräts.
Was ist ein Unterdruckhaltegerät?
Ein Unterdruckhaltegerät ist vereinfacht gesagt ein leistungsstarker Luftreiniger für Baustellen und Sanierungen, der in einem abgeschotteten Arbeitsbereich einen leichten Unterdruck erzeugt. Das Gerät saugt Luft aus dem kontaminierten Bereich ab, führt sie durch mehrstufige Filter (inklusive HEPA-Filter) und bläst die gereinigte Luft aus – idealerweise nach draußen. Durch dieses kontinuierliche Absaugen entsteht im Arbeitsbereich ein geringerer Luftdruck als außerhalb. Das Ergebnis: Keine gefährlichen Partikel gelangen nach außen, weil ständig Luft von außen nach innen strömt (und nicht umgekehrt). So bleiben Schadstoffe wie Asbestfasern, Schimmelsporen oder feiner Baustaub sicher im abgetrennten Bereich eingeschlossen.
Unterdruckhaltegeräte werden oft auch als Bau-Luftreiniger oder einfach Unterdruckgeräte bezeichnet. Wichtig ist: Sie sind speziell für Sanierungsarbeiten entwickelt, wo gesundheitsgefährdende Stoffe anfallen. Im Gegensatz zu normalen Raumluftreinigern für Büros oder Wohnungen sind diese Profi-Geräte deutlich robuster und leistungsfähiger, um den harten Baustellenalltag und große Staubmengen zu bewältigen. Je nach Modell schaffen solche Geräte Luftvolumenströme von unter 1.000 m³/h bis hin zu mehreren zehntausend m³/h – genug, um selbst große Räume oder ganze Gebäudeabschnitte unter Unterdruck zu halten. Kurz gesagt: Ein Unterdruckhaltegerät ist die zentrale Maßnahme, um eine kontrollierte Luftführung auf kontaminierten Baustellen sicherzustellen und damit Arbeiter und Umwelt effektiv zu schützen.
Wo und warum werden Unterdruckhaltegeräte eingesetzt?
Unterdruckhaltegeräte kommen überall dort zum Einsatz, wo bei Bau- oder Sanierungsarbeiten gefährliche Stäube oder Fasern freigesetzt werden könnten. Hier einige Haupt-Einsatzgebiete und Gründe, warum die Unterdrucktechnik so wichtig ist:
Asbestsanierung (Schadstoffsanierung)
Bei Arbeiten an asbesthaltigen Materialien sind Unterdruckhaltegeräte gesetzlich vorgeschrieben. Gemäß TRGS 519 (Technische Regel für Gefahrstoffe – Asbest) muss in einem als Schwarzbereich abgetrennten Sanierungsbereich konstant ein Unterdruck von meist mindestens 20 Pascal gegenüber den umliegenden Räumen aufrechterhalten werden. Dadurch wird verhindert, dass Asbestfasern in andere Bereiche gelangen. Unterdruckhaltegeräte saugen die belastete Luft aus dem Arbeitsbereich ab, filtern sie über H13/H14-HEPA-Filter und leiten sie nach draußen. Wichtig: Der Unterdruck muss während der gesamten Asbestsanierung ständig überwacht und dokumentiert werden. Ohne ein zuverlässiges Unterdruckhaltegerät und passende Unterdruck-Messgeräte wäre eine sichere Asbestsanierung undenkbar – die Fasern könnten sonst unbemerkt entweichen und erhebliche Gesundheitsgefahren verursachen.
Schimmel- und Schadstoffsanierung
Auch bei der Sanierung von Schimmelbefall oder beim Entfernen von künstlichen Mineralfaser-Dämmungen (KMF), PCB-haltigen Materialien, Bleistaub und anderen Schadstoffen sind diese einsetzbar. Zwar schreiben hier die Regeln nicht immer explizit einen Unterdruck vor wie bei Asbest, doch aus Arbeitsschutz- und Gesundheitsgründen ist es absolut empfehlenswert. Ein Unterdruckhaltegerät sorgt dafür, dass Schimmelsporen oder gefährliche Feinstäube nicht aus dem Arbeitsbereich entweichen und sich im Gebäude verteilen. So schützt du nicht nur dich und deine Mitarbeiter, sondern auch die späteren Bewohner vor einer Kontamination der Raumluft.
Staubintensive Renovierungen
Selbst wenn es "nur" um Baustaub ohne konkret giftige Stoffe geht – etwa beim Beton schneiden und fräsen oder Fliesen entfernen in einem bewohnten Gebäude – kann der Einsatz eines Unterdruckhaltegeräts sinnvoll sein. Indem du den Renovierungsbereich abdichtest (z.B. mit Folienwänden oder Staubschutz- Zelten) und per Unterdruck belüftest, bleibt der Rest des Hauses nahezu staubfrei. Gerade in sensiblen Umgebungen wie Büros, Krankenhäusern oder bewohnten Wohnungen macht man sich so bei Auftraggebern beliebt: weniger Reinigungsaufwand und keine staubigen Überraschungen in Nebenräumen. Kurz: Überall dort, wo Dreck und Staub lokal begrenzt bleiben sollen, leisten Unterdruckhaltegeräte wertvolle Dienste.
Kurz und Knapp
Unterdrucktechnik ist in der Schadstoffsanierung unverzichtbar und in der allgemeinen Renovierung ein großer Vorteil. Sie gewährleistet Sicherheit und Sauberkeit, indem sie verhindert, dass gefährliche oder lästige Partikel sich unkontrolliert verbreiten. Dadurch steigt das Vertrauen aller Beteiligten – ob Arbeiter, Bauherr oder Bewohner – dass die Sanierung fachgerecht und verantwortungsvoll abläuft.
Wie funktioniert ein Unterdruckhaltegerät? (Aufbau und Funktionsweise)
In der Praxis besteht ein Unterdruckhaltegerät aus einem kraftvollen Ventilator und einem mehrstufigen Filtersystem in einem robusten Gehäuse. Schauen wir uns an, wie diese Komponenten zusammenspielen, um den gewünschten Effekt zu erzielen:
1. Luftansaugung im Schwarzbereich
Zu Beginn wird der Arbeitsbereich, in dem Schadstoffe anfallen (der sogenannte Schwarzbereich), gegenüber der Außenwelt abgeschottet – meist mit Folienwänden und Schleusensystemen. Das Unterdruckhaltegerät selbst platziert man idealerweise außerhalb dieses Bereichs (im sogenannten Weißbereich)
2. Ventilator und Unterdruckerzeugung
Im Inneren des Geräts sorgt ein leistungsstarker Ventilator/Turbine dafür, dass kontinuierlich Luft aus dem Schwarzbereich herausgesaugt wird. Dieser Volumenstrom erzeugt den gewünschten Unterdruck im abgeschotteten Raum. Praktisch bedeutet das: Es wird etwas mehr Luft aus dem Bereich abgesaugt, als durch eventuelle Undichtigkeiten nachströmen kann. Dadurch entsteht ein leichter Sog nach innen – falls irgendwo eine Lücke ist, strömt saubere Außenluft hinein anstatt belastete Luft hinaus. Typische Unterdruckhaltegeräte erlauben es, die Luftfördermenge einzustellen (z.B. stufenlose Drehzahlregelung), sodass man je nach Raumgröße und erforderlichem Luftwechsel die optimale Einstellung findet. Wichtig ist, genug Luftwechselrate zu erzielen (oft empfiehlt man 6-10 Luftwechsel pro Stunde im Sanierungsbereich), ohne dabei die provisorischen Abtrennungen durch zu starken Sog einzureißen.
3. Filterstufen – vom Grobstaub zum Feinstaub
Die abgesaugte Luft wird im Gerät nacheinander durch mehrere Filter geleitet. Meist gibt es zuerst einen Grob- oder Vorfilter (z.B. ein Filtervlies oder Vorfiltermatte), der grobe Partikel und Staub sammelt, damit Zwischen- und Hauptfilter länger halten. Über einen Zwischenfilter gelangt die Luft in den Hauptfilter, in Sanierungsgeräten praktisch immer ein HEPA-Filter der Klasse H13 oder H14. Dieser ist in der Lage, ultrafeine Partikel, Fasern und Mikroorganismen nahezu vollständig zurückzuhalten (Abscheidegrad 99,95% bzw. 99,995%). Einige Geräte besitzen zusätzlich Mittelstufenfilter oder Aktivkohlefilter, z.B. um Gerüche oder chemische Dämpfe zu mindern – bei reinen Staubproblemen sind die aber weniger üblich. Am Ende des Filterprozesses tritt die gereinigte Luft aus dem Gerät aus. Bei Asbestsanierung schreibt man vor, dass diese Luft ins Freie geleitet werden muss (zusätzliche Sicherheit, falls doch mal ein Filter undicht wäre). Bei weniger gefährlichen Stäuben kann man die saubere Luft unter Umständen auch innerhalb des Gebäudes wieder ausstoßen, was Heizwärme spart – dennoch ist der sicherste Weg immer der nach draußen.
4. Überwachung und Sicherheit
Moderne Unterdruckhaltegeräte sind oft mit Kontrollanzeigen ausgestattet. Ein Manometer oder Unterdruck-Anzeiger am Gerät zeigt an, ob der gewünschte Unterdruck erreicht wird und ob die Filter eventuell verstopfen (steigt der Unterdruck im Gerät stark an, ist meist der Filter voll). Viele Profi-Geräte verfügen über einen Betriebsstundenzähler (wichtig für Wartung und Dokumentation) und teils sogar eine Schnittstelle für Differenzdruck-Messgeräte oder integrierte Sensorik. Letzteres kann z.B. bedeuten, dass das Gerät elektronisch gesteuert den Unterdruck konstant hält oder Warnsignale gibt, falls der Wert unterschritten wird. In jedem Fall sollte man den Unterdruck stets mit einem separaten Unterdruck-Messgerät überwachen, das im Schwarzbereich den Druck misst und Alarm schlägt sowie protokolliert, falls das Gerät ausfällt oder der Druck abfällt. Sicherheit hat oberste Priorität: Dazu zählt auch, dass nach Abschluss der Arbeiten die Filter und ggf. kontaminierte Teile des Geräts sicher entsorgt bzw. gereinigt werden. Ein HEPA-Filter voller Asbeststaub ist selbst Sondermüll und gehört in einen dicht verschlossenen Asbest-Entsorgungssack. Ebenso müssen belastete Schläuche, Gehäuse und Zubehör nach der Sanierung gereinigt und dekontaminiert werden, bevor sie wieder anderweitig eingesetzt oder transportiert werden.
Funktionsweise Kurz und Knapp
Das Unterdruckhaltegerät erzeugt mit viel Luftumsatz einen leichten Unterdruck und filtert die abgesaugte Luft gründlich. Damit hält es den Schadstoffbereich unter Kontrolle und schützt die Umgebung. Technik wie regelbare Lüfter und Filterüberwachung machen die Anwendung effektiver und sicherer. Wichtig ist aber immer, das System als Ganzes zu betrachten – Gerät, Schläuche, Abdichtungen und Messgeräte müssen Hand in Hand arbeiten, damit die Unterdruckhaltung zuverlässig funktioniert.
Praxis-Tipps: So nutzt du Unterdruckhaltegeräte effektiv
Theorie ist das eine, aber worauf kommt es praktisch auf der Baustelle an? Hier einige erprobte Tipps und Tricks, damit dein Unterdruckhaltegerät seine volle Wirkung entfalten kann:
Abschottung vorbereiten
Bevor du das Gerät einschaltest, sorge dafür, dass der Arbeitsbereich sauber vom Rest getrennt ist. Verwende Staubschutzwände, Folien und Schleusen (Personenschleuse für das Betreten/Verlassen und Materialschleuse für Geräte und Abfälle). Jede undichte Stelle in der Abschottung bedeutet, dass Luft ungeplant ein- oder austreten kann – klebe also Ritzen und Fugen sorgfältig ab. Eine dichte Abschottung erleichtert es dem Gerät, den Unterdruck zu halten, ohne dass zu viel Falschluft einströmt.
Gerät richtig platzieren
Stelle das Unterdruckhaltegerät nach Möglichkeit außerhalb des Schwarzbereichs auf. So bleibt es selbst frei von Kontamination.
Ausreichende Luftleistung sicherstellen
Berechne ungefähr das Raumvolumen des Schwarzbereichs (Länge × Breite × Höhe). Plane mit mindestens 6-fachem Luftwechsel pro Stunde – bei starken Belastungen eher 8-10fach. Beispiel: Hat dein Sanierungsbereich 50 m³ Volumen, solltest du rund 300–500 m³/h Luftleistung einplanen. Berücksichtige: Jeder Filter im Gerät reduziert die effektive Luftleistung etwas, besonders wenn er sich mit Staub füllt. Lieber eine Größenklasse höher wählen oder ein zweites Gerät bereitstellen, als am Ende zu wenig Unterdruck zu haben. Zwei kleinere Geräte können bei Bedarf auch besser verteilt werden, um überall im Raum Luft anzusaugen.
Filterwartung im Blick behalten
Kontrolliere während der Arbeiten regelmäßig die Filterzustände. Zugesetzte Vor- und Zwischenfilter können die Leistung drastisch reduzieren. Viele nutzen den Trick, den preiswerten Vorfilter täglich (oder sogar mehrmals täglich) zu wechseln, um den teuren HEPA-Hauptfilter zu schonen. Habe also genügend Ersatzfilter auf Lager. Prüfe am Manometer oder mittels Unterdruckmessgerät, ob die Druckdifferenz ungewöhnlich ansteigt – das ist ein Zeichen für verstopfte Filter. Reinige das Gerät außen bei Bedarf auch zwischendurch (natürlich nur außerhalb des Schwarzbereichs oder mit Schutzkleidung), damit sich kein Staub in Ecken sammelt.
Unterdruck ständig überwachen
Installiere unbedingt ein Unterdruck-Messgerät mit Alarm. Das klassische Setup ist ein Sensor im Schwarzbereich, verbunden mit einem Alarmgerät im Weißbereich. Fällt der Unterdruck unter einen kritischen Wert (z.B. <20 Pa bei Asbest), ertönt ein Alarm – so merkst du sofort, falls z.B. der Schlauch abrutscht, ein Stromausfall das Gerät gestoppt hat oder eine Folienwand eingerissen ist. Moderne digitale Unterdruckwächter protokollieren die Druckwerte über die Zeit, was für die Dokumentation (z.B. gegenüber der BG Bau oder Aufsichtsbehörden) sehr hilfreich ist. Tipp: Teste den Alarm vor Start der Arbeiten kurz, indem du den Schlauch absichtlich abklemmst – besser ein Fehlalarm beim Test als ein nicht bemerkter Ernstfall.
Nach dem Einsatz – Nachlauf und Reinigung
Schalte das Unterdruckhaltegerät nicht sofort aus, sobald du "fertig" bist. Lass es nach Abschluss der staubigen Arbeiten noch eine Weile nachlaufen (üblich sind 15–30 Minuten), um verbleibende Schwebstoffe aus der Luft abzufiltern, bevor du den Schwarzbereich öffnest. Wenn die Endreinigung im Schwarzbereich erledigt und alles verpackt ist, kannst du das Gerät ausschalten. Dann folgt die Dekontamination: Im Schwarzbereich verbliebene Schläuche vor dem Ausbau mit Nebel oder Sprühkleber fixieren (damit anhaftender Staub nicht aufwirbelt), das Gerät (sofern drinnen gewesen) feucht abwischen, Filter luftdicht verpacken. Den HEPA-Filter entsorgst du je nach Schadstoff als Sondermüll (bei Asbest z.B. doppelt in Folie verpackt mit Asbestkennzeichnung). Viele Geräte haben Verschlusskappen oder Platten, um die Öffnungen nach Gebrauch dicht zu verschließen – nutze diese, damit auf dem Transport nichts herausfällt. Abschließend sollte das Gerät möglichst vom Fachpersonal geprüft und gewartet werden, bevor es zum nächsten Einsatz kommt.
Mit diesen Maßnahmen stellst du sicher, dass dein Unterdruckhaltegerät optimal arbeitet und du selbst sowie alle Beteiligten bestmöglich geschützt sind. Man merkt: So ein Gerät ist kein Plug-and-Play- Staubsauger, sondern Teil eines durchdachten Sicherheitskonzepts – setze es mit Umsicht ein, dann zahlt es sich aus.
jetzt Anfrage senden
Worauf solltest du beim Kauf eines Unterdruckhaltegeräts achten?
Die Anschaffung eines Unterdruckhaltegeräts will gut überlegt sein – schließlich handelt es sich um eine Investition in die Arbeitssicherheit und Qualität deiner Sanierungsarbeit. Hier sind die wichtigsten Kaufkriterien und Entscheidungsfaktoren, die du beachten solltest:
Luftleistung und Gerätegröße
Überlege, für welche Art von Projekten du das Gerät hauptsächlich benötigst. Wie groß sind die Räume/Bereiche, die du typischerweise sanierst? Die Kubikmeter pro Stunde (m³/h) geben an, wie viel Luft das Gerät bewegen kann. Wähle ein Modell, das ausreichend Reserven hat, um den nötigen Luftwechsel zu erreichen (siehe oben). Zu viel Leistung schadet zwar nicht, kann aber bedeuten, dass das Gerät größer, schwerer und lauter ist als nötig. Für kleine Räume oder gelegentliche Einsätze tut es vielleicht ein kompaktes Modell (z.B. 500–1.000 m³/h), während für große Bauvorhaben eher ein Gerät mit höherer Leistung (bis zu 60.000 m³/h) angeschafft werden sollte. Tipp: Lieber etwas „zu groß“ planen als am Limit fahren – du kannst die Leistung meist drosseln, aber nicht über das Maximum erhöhen.
Filterklasse und -anzahl
Achte darauf, dass das Gerät für Schadstoffsanierung zugelassen ist. Das bedeutet vor allem: Es muss mindestens Staubklasse H erfüllen, also mit HEPA-Filter ausgestattet sein, der auch Asbest, Schimmel & Co zurückhält. Im Idealfall hat es einen H14-Filter, viele Geräte nutzen aber auch H13, welcher ebenfalls für Asbest zugelassen ist. Wichtig ist, dass die Filter leicht zugänglich und wechselbar sind. Erkundige dich nach den Ersatzfilter-Kosten – diese müssen regelmäßig ersetzt werden, also sollte die Versorgung mit passenden Vor- und Hauptfiltern langfristig gesichert und erschwinglich sein.
Regelung und Messfunktionen
Hochwertige Unterdruckhaltegeräte kommen mit einigen Extras, die den Betrieb erleichtern. Stufenlose Drehzahlregelung ist quasi Standard – so kannst du den Volumenstrom anpassen. Praktisch ist ein integriertes Manometer oder eine Filteranzeige, die dir signalisiert, wann es Zeit für einen Filterwechsel ist. Für manche Anwendungen kann ein eingebauter Stundenzähler nützlich sein (z.B. um Wartungsintervalle im Blick zu behalten oder bei Verleih/Rental die Nutzung zu tracken).
Robustheit und Handling
Baustelleneinsätze sind rau – dein Unterdruckhaltegerät sollte also was aushalten können. Geräte mit Metallgehäuse (Edelstahl) sind extrem langlebig und oft reparaturfreundlich, aber auch schwerer. Modelle mit hochwertigem Kunststoffgehäuse können leichter und trotzdem sehr robust sein (bruchfester Kunststoff). Prüfe das Gewicht und die Bauform: Hat das Gerät Tragegriffe, Räder oder Stapelschienen? Musst du es oft in höhere Etagen tragen oder durch enge Türen manövrieren? Dann ist ein kompakter Formfaktor und geringeres Gewicht viel wert. Bei sehr großen Geräten ist ggf. ein Drehstromanschluss (400 V) nötig – kleinere laufen auf 230 V. Schau, was zu deiner Baustellenausstattung passt.
Service und Zertifizierung
Setze auf etablierte Hersteller oder Marken, die für Qualität bekannt sind. Nicht nur wegen der Zuverlässigkeit, sondern auch, weil du hier in der Regel besseren Service bekommst – sei es Ersatzteile, Reparatur oder Wartung. Ein Unterdruckhaltegerät muss regelmäßig geprüft werden (mindestens jährlich, siehe TRGS 519 und BGV A3/DGUV Vorschrift für elektrische Sicherheit). Viele Fachhändler bieten einen Prüf- und Wartungsservice an, inkl. Prüfplakette und Bericht. Erkundige dich, ob der Hersteller oder Händler deines Vertrauens dies übernimmt. Zudem haben Markenprodukte oft Prüfzertifikate oder Baumusterprüfungen, was gerade im Asbestbereich wichtig sein kann. Im Zweifel frag nach Nachweisen, dass das Gerät für Asbest zugelassen ist (z.B. Prüfzeugnis nach DIN EN 60335 für Staubabscheider der Klasse H). Für deinen Kunden oder die Behörde kann es beruhigend sein zu wissen, dass du mit geprüftem Equipment arbeitest.
Budget und Förderung
Gute Unterdruckhaltegeräte haben ihren Preis – je nach Leistung und Ausstattung können das mehrere tausend Euro sein. Doch bedenke die Investition in Sicherheit: Ein Zwischenfall wegen unzureichender Ausrüstung käme teurer. Wenn das Budget knapp ist oder du erst mal testen willst, kommt eventuell Miete in Frage – manche Fachfirmen verleihen solche Geräte. Informiere dich auch über Fördermöglichkeiten: Die BG BAU (Berufsgenossenschaft Bau) fördert den Kauf moderner Luftreiniger/Unterdruckhaltegeräte oft mit Zuschüssen (aktuell z.B. bis zu 25% des Kaufpreises, max. 500 € pro Gerät). Solche Prämien können die Entscheidung erleichtern, in bessere Technik zu investieren. Voraussetzung ist meist, dass das Gerät bestimmten Kriterien entspricht (baustellentauglich, Filterklasse H, etc.) – eine Liste förderfähiger Geräte findet man bei der BG BAU. Es lohnt sich auf jeden Fall, hier nachzusehen und den Antrag auf Förderung zu stellen, falls du dich für einen Kauf entscheidest.
Beratung und Kauf: Warum du beim Fachhandel richtig bist
Gerade bei sicherheitsrelevanten Geräten wie Unterdruckhaltegeräten ist eine kompetente Beratung das A und O. Im Internet mag es zahlreiche Angebote geben, doch jedes Sanierungsprojekt hat seine Besonderheiten. Ein Fachhändler für Sanierungs- und Dekontaminationstechnik – wie zum Beispiel Workshop-Nagel – kann dich bei der Auswahl des passenden Geräts umfassend unterstützen. Warum ist der Fachhandel hier die erste Wahl?
Bedarfsanalyse
Ein guter Fachhändler fragt zuerst nach deinem Einsatzzweck. Geht es vorwiegend um Asbestsanierung in kleineren Wohneinheiten, um große Industrie-Schadstoffsanierungen oder um allgemeine Staubreduzierung? Entsprechend kann er dir Modelle vorschlagen, die weder unterdimensioniert noch überteuert sind. Diese maßgeschneiderte Beratung erspart dir teure Fehlkäufe und stellt sicher, dass du genau die Leistung und Ausstattung bekommst, die du brauchst.
Qualität und Garantie
Fachhändler führen in der Regel nur bewährte Marken und Modelle, die den hohen Anforderungen genügen. Bei Workshop-Nagel findest du zum Beispiel Unterdruckhaltegeräte namhafter Hersteller wie MKI sowie eigene Profi-Lösungen. Hier kannst du dich darauf verlassen, ein zertifiziertes und langlebiges Gerät zu erhalten – inklusive Gewährleistung und oft auch verlängerten Garantien oder Servicepaketen.
Zubehör und Ersatzteile
Die Anschaffung umfasst oft mehr als nur das Gerät allein. Du benötigst auch Filter, Schläuche, Adapter, Unterdruckmessgeräte und eventuell Schleusensysteme. Im Fachhandel bekommst du alles aus einer Hand und vor allem kompatibel. Workshop-Nagel zum Beispiel bietet nicht nur die Geräte, sondern auch passende Vorfilter, HEPA-Filter und Unterdruckmessgeräte an – so stellst du sicher, dass alle Komponenten zusammenpassen. Auch spätere Ersatzteilbeschaffung (etwa neue Filter in ein paar Jahren) ist problemlos, da der Fachhändler langfristig verfügbar ist.
Service & Schulung
Ein weiterer Pluspunkt: Fachbetriebe stehen dir auch nach dem Kauf zur Seite. Sei es mit Wartungs- und Reparaturservice, Leihgeräten im Reparaturfall oder jährlichen Prüfungen nach Vorschrift – hier hast du einen Ansprechpartner, der das Gerät kennt. Außerdem teilen Fachleute gerne ihr Praxiswissen: Du kannst wertvolle Tipps zur Anwendung, Pflege und Unfallverhütung bekommen. Manche bieten sogar Schulungen oder Vorführungen an, wie man das Unterdruckhaltegerät korrekt einsetzt und z.B. Filter wechselt.
Vertrauen und Nachvollziehbarkeit
Last but not least: Beim Fachhändler kaufst du mit gutem Gefühl. Du weißt, wer dir das Gerät verkauft hat und kannst bei Fragen oder Problemen direkt jemanden anrufen. Dieses Vertrauen ist gerade in einem sensiblen Bereich wie Schadstoffsanierung wichtig. Und wenn du gegenüber Kunden oder Behörden argumentieren musst, ist es immer gut darlegen zu können, dass deine Ausrüstung vom zertifizierten Fachhandel stammt und regelmäßig gewartet wird.
In Summe lohnt es sich, beim Kauf eines Unterdruckhaltegeräts nicht allein auf den Preis, sondern auf das Gesamtpaket zu schauen. Fachhändler wie Workshop-Nagel genießen in der Branche einen Ruf als zuverlässige Partner – sie liefern nicht nur Geräte, sondern auch Fachwissen, Service und ein Stück Sicherheit mit. So bist du bestens gerüstet, um deine Sanierungsprojekte professionell und normgerecht durchzuführen.
Fazit: Sicherheit geht vor – setze auf Qualität und Know-how
Unterdruckhaltegeräte mögen auf den ersten Blick nur ein weiterer Posten auf der Ausrüstungsliste sein, doch in Wahrheit sind sie ein Schlüssel zum sicheren Arbeiten in belasteten Umgebungen. Ob bei Asbest, Schimmel oder staubigen Renovierungen – die Fähigkeit, einen Arbeitsbereich unter Unterdruck zu halten und gefährliche Partikel zurückzuhalten, schützt Leben und Gesundheit. Für dich als Handwerker oder Sanierungsprofi bedeutet das nicht nur eigenen Schutz, sondern auch zufriedene Auftraggeber, weil du Sauberkeit und Professionalität unter Beweis stellst.
Beim Umgang mit Unterdruckhaltegeräten gilt: plane sorgfältig, arbeite gewissenhaft und scheue dich nicht, in gute Technik zu investieren. Dieser Ratgeber hat gezeigt, worauf es ankommt – von der Funktionsweise über Einsatzgebiete bis zu Kaufkriterien. Nun liegt es an dir, das Wissen in die Tat umzusetzen. Halte dich an die vorgestellten Tipps, befolge die geltenden Regeln (Stichwort TRGS 519 & Co.), und ziehe bei Bedarf Expertenrat hinzu.
Am Ende des Tages ist ein sicheres Baustellenumfeld unbezahlbar. Die Gesundheit aller Beteiligten und ein erfolgreiches Sanierungsergebnis stehen auf dem Spiel. Mit einem zuverlässigen Unterdruckhaltegerät an deiner Seite – und einem erfahrenen Fachhändler wie Workshop-Nagel im Rücken – bist du bestens aufgestellt, um selbst anspruchsvolle Sanierungsprojekte sicher, effizient und normgerecht zu meistern. Sicherheit geht vor – und mit dem richtigen Wissen und Equipment hast du diese Sicherheit selbst in der Hand. Viel Erfolg bei deinen Projekten!
jetzt Anfrage senden
Häufig gestellte Fragen
Was ist ein Unterdruckhaltegerät?
Ein Unterdruckhaltegerät ist ein spezielles Baugerät, das in einem abgeschotteten Arbeitsbereich einen leichten Unterdruck erzeugt. Dadurch wird verhindert, dass Staub, Fasern oder Schadstoffe nach außen gelangen. Die angesaugte Luft wird über mehrere Filterstufen, meist inklusive HEPA-Filter, gereinigt. Solche Geräte werden vor allem bei Sanierungen eingesetzt.
Wofür braucht man ein Unterdruckhaltegerät?
Du brauchst ein Unterdruckhaltegerät immer dann, wenn bei Arbeiten gefährlicher oder starker Staub entsteht. Typische Einsatzbereiche sind Asbest-, Schimmel- oder Schadstoffsanierungen. Aber auch bei staubintensiven Renovierungen schützt es angrenzende Räume. So arbeitest Du sauberer, sicherer und professioneller.
Ist ein Unterdruckhaltegerät bei Asbest Pflicht?
Ja, bei Asbestsanierungen ist ein Unterdruckhaltegerät gesetzlich vorgeschrieben. Laut TRGS 519 muss im Sanierungsbereich ein konstanter Unterdruck aufrechterhalten werden. Nur so wird verhindert, dass Asbestfasern in andere Bereiche gelangen. Ohne Unterdruckgerät darfst Du solche Arbeiten nicht durchführen. Ausnahmen stellen die gesondert zertifizierten BT-Verfahren dar.
Wie funktioniert ein Unterdruckhaltegerät?
Das Gerät saugt Luft aus dem Arbeitsbereich ab und erzeugt dadurch einen Unterdruck. Die belastete Luft wird durch Vorfilter und einen HEPA-Filter geleitet. Anschließend wird die gereinigte Luft meist nach draußen abgeführt. So strömt immer saubere Luft nach innen statt belastete Luft nach außen.
Welche Filter hat ein Unterdruckhaltegerät?
Ein Unterdruckhaltegerät arbeitet mit mehreren Filterstufen. Zuerst wird grober Staub in den Vor- und Zwischenfiltern abgefangen. Danach filtert ein HEPA-Filter der Klasse H13 oder H14 selbst feinste Partikel wie Asbestfasern oder Schimmelsporen. Diese Filter sind entscheidend für die Sicherheit.
Wie viel Leistung sollte ein Unterdruckhaltegerät haben?
Die benötigte Leistung hängt von der Raumgröße ab. In der Regel solltest Du mindestens 6 bis 10 Luftwechsel pro Stunde einplanen. Für kleine Räume reichen oft 500–1.000 m³/h, größere Baustellen brauchen deutlich mehr. Lieber etwas Reserve einplanen, damit der Unterdruck stabil bleibt.
Kann man ein Unterdruckhaltegerät auch bei normalem Baustaub nutzen?
Ja, das ist sogar sehr sinnvoll. Auch bei Renovierungen ohne Schadstoffe entsteht feiner Staub, der sich sonst im ganzen Gebäude verteilt. Mit einem Unterdruckhaltegerät bleibt der Staub im Arbeitsbereich. Das spart Reinigungszeit und schont Deine Gesundheit.
Wo stellt man ein Unterdruckhaltegerät richtig auf?
Idealerweise steht das Gerät außerhalb des Arbeitsbereichs im sogenannten Weißbereich. So bleibt das Gerät selbst sauber und leichter zu reinigen. Wichtig ist, dass alle Anschlüsse luftdicht sind.
Muss der Unterdruck überwacht werden?
Ja, der Unterdruck sollte ständig überwacht werden. Dafür werden spezielle Unterdruck-Messgeräte mit Alarm eingesetzt. Fällt der Unterdruck ab, wirst Du sofort gewarnt. Das ist besonders bei Asbestsanierungen extrem wichtig für Deine Sicherheit.
Unterdruckhaltegerät kaufen oder mieten?
Wenn Du regelmäßig Sanierungsarbeiten durchführst, lohnt sich der Kauf. Für gelegentliche Einsätze kann Mieten sinnvoll sein. Achte beim Kauf auf Filterklasse H, ausreichende Leistung und guten Service. Fachhändler beraten Dich hier meist besser als reine Online-Shops.